6 Tage in den italienischen Alpen – Tag 6

Der Morgen des letzten Tourtages zeigt sich kaum besser als der Abend zuvor. Dicke Wolken wechseln sich mit Nieselregen ab.

Wir entschließen uns trotzdem loszufahren und hoffen auf etwas Besserung im Laufe des Tages. Zunächst bleibt es beim wolkenverhangenen Himmel und gelegentlichen Nieselregen. Als wir den Passo di Gavia erreichen, werden die trockenen Abschnitte immer kürzer.

Unterwegs treffen wir auf eine Oldtimer-Bergrallye. Die Fahrer hätten sich für ihre offenen Wagen sicher auch anderes Wetter gewünscht.

Oben am Passo di Gavia machen wir die letzten Fotos der Tour. Es regnet sich ein.

Für die Rallyefahrer ist oben am Pass Endstation. Wir haben dagegen noch das Stilfser Joch vor uns. Mit etwas gebremstem Enthusiasmus nehmen wir die 2.755 Meter in Angriff.

Der Dauerregen hat mittlerweile seinen Weg bis auf unsere Haut gefunden. Entsprechend hält sich unsere Begeisterung in Grenzen, als auf etwa 2.500 Metern aus dem Regen dicke Schneeflocken werden. Ruckzuck liegt auf den Windschilden eine zentimeterdicke Schneeschicht.

Die Rennradfahrer, die in dünner Radkleidung und meist kurzen Hosen bergauf strampeln, entlocken uns nur noch ein Kopfschütteln.

Auch die Motorradfahrer, die bei trockenem Wetter meist locker an uns vorbeiziehen, haben auf den nassen und rutschigen Straßen heute wohl noch weniger Freude als wir. In den engen Kehren können wir der Situation mit einem kleinen Drift zumindest ab und an noch etwas Spaß abgewinnen.

Erst im Inntal reißt die Wolkendecke auf, und wir beginnen langsam zu trocknen. Zu früh gefreut.

Wenige Kilometer vor zu Hause verwandelt ein sintflutartiger Wolkenbruch die Fahrbahn stellenweise in 20 bis 30 Zentimeter tiefe „Wasserstraßen“. Noch immer nicht ganz trocken und mit der Aussicht auf eine heiße Dusche schalten wir den Allradantrieb zu. Mit Schwung geht es durch die überfluteten Stellen, an denen normale Autos stehen bleiben müssen.

Sechs Tage voller schöner, herausfordernder und abenteuerlicher Erlebnisse liegen hinter uns. Auch Zeit zum "Seele baumeln lassen" war dabei. Geblieben sind viele Eindrücke und der Wunsch, im nächsten Jahr wieder eine längere Tour mit unseren ATVs zu unternehmen.

Schon beim Abendessen lassen wir die besonderen Augenblicke noch einmal Revue passieren. Dabei fallen uns gleich ein paar Ziele ein, die wir unbedingt noch erkunden wollen. Als Nächstes steht im August aber erst einmal das Quad-Treffen in Fürsten Forest an.

Tag 5     Fürsten Forest

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